Störungsspezifische Anwendungen

Die Anwendungsgebiete achtsamkeitsbasierter Verfahren erweitern sich stetig. Dies wird unter anderem im Mindfulness Research Monthly deutlich, der in einem monatlich erscheinenden, mehrseitigen Newsletter aktuelle Publikationen zum Thema Achtsamkeit auflistet. Diese Ausweitung ist einerseits darauf zurückzuführen, dass achtsamkeitsbasierte Verfahren störungsübergreifende Wirkprinzipien nutzen, andererseits werden – einem allgemeinen Trend in der Psychotherapie folgend – bewährte Programme störungsspezifisch modifiziert.

Die große Zahl an Studien wird auch in der Metaanalyse von Bassam Khoury und seiner Arbeitsgruppe (2013) sichtbar. Sie schließt 209 Studien mit über 12.000 Personen ein und kommt zu dem Ergebnis, dass achtsamkeitsbasierte Interventionen bei einer Vielzahl von psychologischen Störungen effektiv einsetzbar seien, insbesondere bei Angst, Depression und Stress.

Wenn man im Standardwerk zu den klinischen Anwendungen der Achtsamkeit – dem „Clinical Handbook of Mindfulness“ (Didonna 2009) – nachschlägt, finden sich elf Störungsbilder, denen jeweils ein eigenes Kapitel gewidmet ist: Angst- und Zwangsstörungen, Depression, Borderline-Persönlichkeitsstörungen, Ess-Störungen und anderen Suchterkrankungen, Traumafolgestörungen, ADHS, Psychosen, chronische Schmerzen und onkologische Erkrankungen.

In „Wirkfaktoren der Achtsamkeit “ (Weiss & Harrer 2015, in press) werden sechs Störungsbilder ausführlicher dargestellt: Die Behandlung von Depressionen und Borderline-Persönlichkeitsstörungen, weil für sie umfassende Erfahrungen mit den Programmen der MBCT und der DBT zur Verfügung stehen; die Behandlung von Angst und Schmerz beispielhaft für alles was Menschen ablehnen und zu bekämpfen versuchen; das Phänomen Sucht zur Erläuterung eines achtsamen Umgangs mit allem an dem sie festhängen. Und schließlich soll der Umgang mit psychotischen Störungen erläutert werden, weil es in diesem Bereich die größten Bedenken gibt, dass Achtsamkeit schaden könne und daher kontraindiziert sei. Zum Abschluss bekommen noch gesundheitsfördernde Aspekte der Achtsamkeit einen größeren Raum, sie führen über das Ziel der Verringerung von Leiden hinaus und unterstützen die Entfaltung menschlicher Potentiale.

Auf dieser Website sollen darüber hinaus folgende Anwendungsgebiete und Störungen Raum bekommen:

Die Darstellung erfolgt im Hinblick auf die in Harrer & Weiss (2015, in press) beschriebenen Wirkfaktoren der Achtsamkeit.

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