Übersicht

Achtsamkeit kann in vier Stufen in die Psychotherapie integriert werden (in Anlehnung an Germer 2009):

1. Achtsamkeit praktizierende TherapeutInnen verkörpern die Achtsamkeit in ihrer Haltung gegenüben den KlientInnen und nutzen sie zur Förderung der eigenen Gesundheit, von Mitgefühl und Selbstmitgefühl.

2. Achtsamkeitsinformierte TherapeutInnen sind mit dem Konzept der Achtsamkeit vertraut und und nutzen es in ihren Therapien, ohne es unbedingt zu benennen oder die KlientInnen in der Sitzung oder auch zwischen den Stunden explizit zur Achtsamkeit einzuladen.

3. Achtsamkeitsbasiert arbeitende TherapeutInnen integrieren das Konzept der Achtsamkeit explizit in ihre Arbeit, indem sie den KlientInnen die Prinzipien der Achtsamkeit näherbringen und sie zu einer entsprechenden Praxis anleiten. Sie vermittteln – meist in Gruppen – achtsamkeitsbasiertes Vorgehen wie in der achtsamkeitsbasierten Stressreduktion (Mindfulness-based Stress Reduction MBSR), der achtsamkeitsbasierten kognitiven Therapie, die insbesondere zur Rückfallprävention von Depressionen eingesetzt wird (Minfulness-based Cognitive Therapy, MBCT), die Dialektisch-behaviorale Therapie (DBT), die sich bei Menschen mit Borderline-Syndrom bewährt hat, oder die Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT), die auch in der Einzeltherapie bei unterschiedlichen Störungsbildern zum Einsatz kommt.

4. Achtsamkeitszentriert arbeitende TherapeutInnen gehen beispielsweise nach der Hakomi-Methode, dem Focusing oder der systemischen Therapie mit der inneren Familie vor, Richtungen, bei denen die Achtsamkeit zentraler Bestandteil des Vorgehens in der Einzeltherapie ist.

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